Samstag, 26. Dezember 2015

Der schrägste Tourbus und Frohe Weihnachten



Der Annual Day war ein voller Erfolg. Die Kinder haben perfekt getanzt, vor allem unsere Schneewalzer-Kids. Nach nervenzerreißenden Proben haben sie es am Finaltag perfekt hinbekommen. Das Einzige, was am Annual nicht so gut lief war die Technik, die bei indischen Veranstaltungen eigentlich fast immer versagt. Eins von vier Mikros hat funktioniert und einer von drei Scheinwerfen, der aber auch nicht richtig. Den Kindern und uns hat es viel Spaß gemacht und alle waren froh als das täglich mehrstündige Üben ein Ende hatte.  













Weihnachten haben wir mit selbstgebackenen Vanillekipferl und Zimtsternen eingeleitet, die bei jedem Besucher sehr gut angekommen sind. Auch wenn Father George anfangs Bedenken zwecks seines Magens hatte, war er begeistert von den German Christmas Cookies. 

Ein indischer Brauch ist es vor dem Weihnachtsfest Carol Singen zu gehen. Es ist ähnlich wie Sternsingen. Man geht zu anderen Leuten und wünscht ihnen frohe Weihnachten, indem man Weihnachtslieder vorsingt. Da wir in den Tagen vor dem 24. fast täglich Besuch bekamen, fragten Antonia und ich, ob wir das nicht auch machen können. Die Sisters waren natürlich hellauf begeistert, nur die Fathers mussten noch zustimmen, was sich aber auch als problemlos herausgestellt hat. Also haben wir uns nach einer kurzen Singprobe in unseren "Tourbus" gequetscht und sind los gefahren. Ich hatte meine Gitarre dabei, auf der ich unsere Weihnachtslieder begleitet habe. Wir sind von Kommunität zu Kommunität gefahren und haben Weihnachtsgrüße vorbeigebracht. Jede Kommunität bekam einen Weihnachtskuchen geschenkt und wir wurden zu heißer Suppe oder Kaffee eingeladen. Dieser Abend hat riesen Spaß gemacht, auch wenn wir wahrscheinlich die schrägste Singgruppe waren. Wir haben nicht nur schief gesungen, sondern auch dreisprachig. Multilingual! In unserer letzten Station im Bishop’s House hat mich Fr. Roshan, der Assistent des Bischofs, gefragt, ob ich Lust hätte zu Weihnachten in der Messe Gitarre zu spielen. Am nächsten Tag bin ich zur Chorprobe gekommen und es hat einigermaßen funktioniert, auch wenn die Lieder alle auf Hindi und Santali waren. 

Vor  Heilig Abend haben wir unser Haus ein bischen viel weihnachtlicher gemacht. Unsere Veranda wurde kunterbunt und sogar vom Dach haben wir bunte Girlanden herunter gespannt.   


Jetzt wünsche ich Euch allen noch frohe Weihnachten und einen schönen letzten Weihnachtsfeiertag. Für Antonia und mich geht es heute Abend zum Bahnhof. Wir werden in den nächsten zwei Wochen herumreisen und neue Ecken Indiens besuchen. Im neuen Jahr werde ich also bestimmt das ein oder andere darüber erzählen.

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